
Die Darstellung des Tempelritters trifft man immer häufiger auf Mittelaltermärkten an. Die Templer waren der wohl heute noch legendärste hochmittelalterliche Ritterorden. Sie wurden 1118 nach dem ersten Kreuzzug zum Schutz des heiligen Landes und zur Verbreitung des christlichen Glaubens gegründet. Ihre Ordensbrüder vereinten die Eigenschaften eines Kriegers mit denen eines Mönches. Als Erkennungszeichen zierte ein rotes Kreuz auf weißem Grund ihre
Schilde und
Gewänder. Namensgebend war ein ehemaliger Tempel in Jerusalem, der als erstes Hauptquartier diente.
Die Templer waren teils beritten, trugen
Kettenhemd oder
Rüstung und darüber einen
Wappenrock. Der metallene
Helm zeigte wieder das Kreuzemblem. Selbstverständlich sollten
Handschuhe und Stiefel ebenfalls nicht fehlen. Doch nicht nur
Schwert und
Schild beherrschten die Templer. Auch im Umgang mit Finanzmitteln waren sie geübt, mussten sie doch Schätze transportieren und pflegten sogar bald den
Geldverleih gegen Zinsen. Das
Siegel der Tempelritter auf einem Kreditbrief war bares Geld wert, so gut war ihr Ruf.
Der Templerorden erfuhr bald viel Anerkennung: Die Mitgliederzahlen stiegen rasch an,
Knappen fanden sich ein, der Orden erhielt Landbesitz zugesprochen, sogar der Klerus interessierte sich dafür. In ganz Westeuropa und im nahen Osten waren sie verbreitet. So kam es, dass der Orden ab 1139 Papst Innozenz II. unterstand und fortan die selben Rechte wie ein christlicher Staat für sich beanspruchen konnte. Die beiden Ordens-Hauptsitze fanden sich in Paris und London. Auch das in Deutschland gelegene Tempelhove war ein bedeutender Ort – so bedeutend, dass Berlin-Tempelhof noch heute existiert.
Ein Ende fand die Erfolgsgeschichte, als der Einfluss der Ordensbrüder um 1300 zunehmend ein Dorn im Auge derer Herrscher war, deren Hoheitsbereiche die Templerburgen umgaben. Zudem überstieg die militärische Macht der Templer die der weltlichen Staaten. Die Ordensbrüder wurden u.A. der Ketzerei bezichtigt, um gegen sie vorgehen zu können. Nach vielerlei Geplänkel und einem Konzil löste Papst Clemens V. den Tempelritterorden im Jahre 1312 auf, danach wurde versucht, sich der Ritter mittels Hinrichtung zu entledigen.
Weitere Informationen finden sich unter anderem im Magazin
Karfunkel, #78.