
Der römische Soldat, Legionär (Ausgewählter) genannt, war wegen der Größe des römischen Reiches fast in der gesamten alten Welt anzutreffen. Er schützte Abgesandte auf Reisen, schlug Barbaren in Grenzgebieten oder eroberte neue Landschaften und bediente sich dabei einem kleinen Arsenal an Waffen: Neben dem vielseitigen
Kurzschwert (Gladius) fand sich ein mit einem Widerhaken bewehrter Speer (Pilum) und ein Dolch (Pugio), der aber eher als Statussymbol nur im Notfall kämpferisch eingesetzt wurde.
Am Prachtvollsten waren die Legionäre der Kaiserzeit ausgestattet. Sie trugen etwa 70 nach Christus über der gemeinen römischen Tunika einen metallenen Panzer (Lorica), während
ein besonderer Helm (Galea) – bei Offizieren mit aufwändigem Helmbusch – den Kopf rundum schützte. Waffen wurden am
Gürtel befestigt. Auf Märschen in seinen
praktischen Sandalen (Caligae) führte der Soldat außerdem eine Fellmatte, eine lederne Tasche für
Bronzegeschirr und Habseligkeiten, sowie ein Netz für Proviant mit sich. Genächtigt wurde in von Maultieren transportierten Zelten.
Der Legionssoldat wurde in Einheiten kommandiert. Die Legion bestand aus dreißig Manipeln (200 Mann), diese wiederum aus zwei Centurien (100 Kämpfer) zu zehn Dekurien (erst zehn, später acht Soldaten). Die Stärke dieser Gruppierungen lag neben ihrer schieren Größe in der ausgeklügelten Taktik der Römer. So konnten sich die Krieger geschlossen hinter ihrem
großen Holzschild (Scutum) verbergen, der mit Leder bezogen und den Symbolen der Legion verziert war – was sie nur schwer angreifbar machte.
Trotzdem fielen die Römer gegen 400 nach Christus doch ihren Erzfeinden zum Opfer: Den Germanen mit ihrer vergleichsweise unzivilisierten Kultur. Speziell die Goten und Vandalen plünderten schließlich Rom. Mit der Spaltung in west- und oströmisches Reich dämmerte nun der Beginn des Frühmittelalters.